Duschgel im Gesicht: Warum es für die Gesichtshaut keine gute Idee ist
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Duschgel fürs Gesicht ist kein Drama, wenn es einmal passiert, als tägliche Gesichtsreinigung aber meist ungeeignet. Viele Duschgele sind stärker parfümiert und entfetten kräftiger, als es die dünnere, empfindlichere Gesichtshaut verträgt. Hier erfährst du, warum das so ist, welche Probleme entstehen können und womit du dein Gesicht stattdessen reinigst.
Warum Gesichtshaut anders ist
Die Haut im Gesicht unterscheidet sich deutlich von der am Körper. An Stirn, Nase und Kinn sitzen besonders viele Talgdrüsen, die Haut um die Augen ist dagegen sehr dünn und hat kaum eigene Fettreserven. Das Gesicht ist außerdem ständig UV-Strahlung, Wind, Kälte und Make-up ausgesetzt.
Deshalb reagiert Gesichtshaut empfindlicher auf Reinigungsprodukte. Was an Beinen oder Rücken keine Probleme macht, kann im Gesicht zu Spannungsgefühl, Rötungen oder Unreinheiten führen. Hinzu kommt, dass Gesichtspflege meist in mehreren Schritten erfolgt und die Reinigung darauf abgestimmt sein sollte.
Was gegen Duschgel im Gesicht spricht
- Duftstoffe: Viele Duschgele sind kräftig parfümiert. Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien, und die Haut im Gesicht und um die Augen reagiert darauf besonders schnell.
- Entfettung: Duschgele sind auf großflächige Körperreinigung ausgelegt. Je nach Tensid entfernen sie im Gesicht mehr Fett, als der Haut guttut. Trockene und reife Haut spannt danach oft.
- Reichhaltige Zusätze: Cremeduschen und Pflegeduschen enthalten teils schwere Öle oder Wachse. Bei Neigung zu Unreinheiten können sie im Gesicht Mitesser begünstigen.
- Augenreizung: Gesichtsreiniger sind oft auf gute Augenverträglichkeit geprüft. Bei Duschgel brennt es dagegen schnell, wenn Schaum in die Augen läuft.
- Effekte und Farbstoffe: Schimmerpartikel, Farbstoffe und Peelingkörner sind für den Körper gedacht, nicht für das Gesicht.
Welche Probleme auftreten können
| Hautzustand im Gesicht | Mögliche Reaktion auf Duschgel | Bessere Reinigung |
|---|---|---|
| Trocken oder reif | Spannen, Schuppen, Fältchen wirken deutlicher | Reinigungsmilch, Cremereiniger |
| Empfindlich, Rötungen | Brennen, Rötung, Juckreiz | parfümfreier, milder Reiniger |
| Fettig oder zu Unreinheiten neigend | mehr Glanz durch Gegenreaktion, verstopfte Poren bei reichhaltigen Formeln | leichtes Waschgel ohne schwere Öle |
| Mischhaut | Stirn glänzt, Wangen spannen | mildes Waschgel oder Reinigungsschaum |
| Mit Make-up | Reste bleiben, besonders wasserfeste Produkte | Mizellenwasser oder Reinigungsöl, danach mild nachreinigen |
Eine Ausnahme sind Produkte, die ausdrücklich für Gesicht und Körper ausgelobt werden, etwa manche parfümfreien Syndets oder 3-in-1-Produkte für Männer. Achte dann darauf, dass sie mild und möglichst duftstofffrei sind.
Womit du dein Gesicht stattdessen reinigst
Ein guter Gesichtsreiniger ist mild, möglichst parfümfrei und auf deinen Hauttyp abgestimmt. Für die meisten Menschen reicht morgens lauwarmes Wasser oder eine kleine Menge Reiniger, abends eine gründlichere Reinigung, vor allem nach Make-up oder Sonnencreme.
Der Säureschutzmantel der Gesichtshaut profitiert von leicht sauren Produkten mit einem pH-Wert um 5. Mehr zum Thema liest du unter pH-Wert der Haut. Die Duftstofffrage betrifft das Gesicht noch stärker als den Körper, einen Überblick bietet der Ratgeber Duschgel ohne Duftstoffe.
So reinigst du das Gesicht unter der Dusche
Viele waschen ihr Gesicht direkt unter der Dusche. Das ist in Ordnung, wenn du ein paar Punkte beachtest. Halte das Gesicht nicht lange in den heißen Strahl, denn heißes Wasser trocknet die Haut aus und kann Rötungen verstärken. Lauwarmes Wasser aus der Hand ist schonender.
Verwende deinen Gesichtsreiniger, nicht das Duschgel, und nimm dafür nur die Hände. Ein Luffaschwamm oder Duschnetz ist für das Gesicht zu rau und trägt Keime vom Körper ins Gesicht. Welche Hilfsmittel für den Körper sinnvoll sind, beschreibt der Ratgeber Duschschwamm, Luffa oder Hände. Tupfe die Haut danach mit einem sauberen Handtuch ab und trage deine Pflege auf.
Wann zum Hautarzt?
Eine falsche Reinigung kann Hautprobleme verschlimmern, aber selten allein verursachen. Lass dich ärztlich beraten, wenn Rötungen, Brennen oder Schuppen trotz milder Reinigung länger als zwei Wochen bestehen, wenn entzündete, schmerzhafte Pickel oder Knoten auftreten, wenn sich kleine Knötchen um Mund oder Nase bilden oder wenn Augenlider anschwellen. Dahinter können Akne, Rosazea, eine periorale Dermatitis oder eine Kontaktallergie stecken, die gezielt behandelt werden sollten.
Gesichtspflege verschenken
Milde Gesichtsreiniger lassen sich gut mit einem Duschgel zu einem kleinen Pflegeset kombinieren. Ideen für unterschiedliche Anlässe sammelt der Beitrag Duschgel als Geschenk. Viele Beauty-Kalender mischen Gesichts- und Körperprodukte, worauf du dabei achtest, erklärt der Ratgeber Duschgel-Adventskalender. Weitere Grundlagen findest du im Duschgel-Ratgeber.
Häufige Fragen
Ist es schlimm, Duschgel im Gesicht zu benutzen?
Einmalig ist das kein Problem. Als tägliche Gesichtsreinigung ist Duschgel aber meist zu stark parfümiert oder zu entfettend. Die empfindliche Gesichtshaut kann dann mit Spannen, Rötungen oder Unreinheiten reagieren.
Kann Duschgel im Gesicht Pickel verursachen?
Das ist möglich, vor allem bei reichhaltigen Cremeduschen mit schweren Ölen oder Wachsen. Auch eine zu starke Entfettung kann die Haut aus dem Gleichgewicht bringen. Bei Neigung zu Unreinheiten ist ein leichtes Gesichtswaschgel besser geeignet.
Welches Duschgel kann man auch fürs Gesicht nehmen?
Am ehesten ein parfümfreies Syndet oder ein Produkt, das ausdrücklich für Gesicht und Körper ausgelobt ist. Es sollte mild sein, keine Farbstoffe oder Peelingkörner enthalten und die Augen nicht reizen. Ein eigener Gesichtsreiniger bleibt die bessere Lösung.
Reicht Wasser zur Gesichtsreinigung?
Morgens reicht für viele Menschen lauwarmes Wasser. Abends, nach Make-up, Sonnencreme oder bei fettiger Haut ist ein milder Reiniger sinnvoll. So werden Talg und Rückstände gründlich entfernt, ohne die Haut zu stark zu entfetten.