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Duschgel-Ratgeber: Was drin ist, was zählt und was Marketing ist

Aktualisiert am von der Redaktion duschgel.net

Ein Duschgel besteht meist zu 60 bis 85 Prozent aus Wasser. Über die Qualität entscheidet der Rest: welche Tenside reinigen, ob Rückfetter die Haut schützen und wie viel Duft und Konservierer drinstecken. Mit diesem Wissen schätzt du jedes Duschgel in einer Minute ein.

Woraus Duschgel besteht

Die Grundrezeptur ist bei fast allen Duschgels gleich aufgebaut. Hersteller müssen keine Mengen angeben, die folgenden Anteile sind deshalb typische Richtwerte aus der Kosmetikrezeptur.

BestandteilAufgabeTypische INCI-NamenAnteil (Richtwert)
WasserGrundlage, LösungsmittelAqua60–85 %
Tensidelösen Fett und Schmutz, bilden SchaumSodium Laureth Sulfate, Cocamidopropyl Betaine, Coco-Glucoside8–15 %
Rückfetter & Pflegestoffegleichen Lipidverlust aus, binden FeuchtigkeitGlycerin, PEG-7 Glyceryl Cocoate, Pflanzenöle, Panthenol1–5 %
Verdickersorgen für die Gel-KonsistenzSodium Chloride, Xanthan Gum, Acrylates Copolymer0,5–3 %
DuftstoffeGeruchParfum, Limonene, Linalool0,5–2 %
Konserviererverhindern KeimwachstumSodium Benzoate, Potassium Sorbate, Phenoxyethanolunter 1 %
pH-Regulatorenstellen den pH-Wert einCitric Acid, Sodium Hydroxideunter 1 %

Die Reihenfolge auf der Verpackung folgt der Menge: Was oben steht, ist am meisten enthalten. Bestandteile unter einem Prozent dürfen in beliebiger Reihenfolge am Ende stehen. Wie du die Liste im Detail liest, erklären wir unter INCI lesen und auf der Übersichtsseite Duschgel-Inhaltsstoffe.

So wählst du das richtige Duschgel

Die wichtigste Frage ist nicht die Marke, sondern der Zustand deiner Haut. Er entscheidet, wie mild die Reinigung sein muss.

Normale Haut

Spannt nach dem Duschen nichts und juckt nichts, verträgt deine Haut fast jedes Duschgel. Du kannst nach Duft und Preis entscheiden. Ein Blick auf die ersten Tenside lohnt sich trotzdem, denn wer täglich duscht, merkt den Unterschied zwischen mild und aggressiv nach einigen Wochen.

Trockene Haut

Hier helfen Duschöle und Duschcremes mit hohem Anteil an Rückfettern. Glycerin, Urea und Pflanzenöle wie Mandel- oder Sonnenblumenöl gleichen den Lipidverlust beim Waschen aus. Mehr dazu unter Duschgel für trockene Haut.

Empfindliche oder zu Allergien neigende Haut

Je kürzer die INCI-Liste, desto besser. Verzichte auf Duftstoffe und ätherische Öle und wähle ein seifenfreies Syndet mit einem pH-Wert um 5,5. Details findest du unter Duschgel für empfindliche Haut.

Fettige oder unreine Haut

Leichte Gele ohne schwere Öle sind sinnvoll. Zu starke Reinigung bringt dagegen nichts: Die Haut reagiert auf Austrocknung oft mit noch mehr Talg. Bei Pickeln am Rücken können Produkte mit Salicylsäure helfen.

Duschgel, Duschcreme, Duschöl oder festes Duschgel?

ProduktReinigungPflegeIdeal für
Duschgelgründlichgering bis mittelnormale und fettige Haut, Sport
Duschcrememildmittelnormale bis trockene Haut
Duschölsehr mildhochtrockene Haut, Neurodermitis, Winter
Festes Duschgelje nach Rezepturje nach RezepturReisen, plastikfreies Bad

Richtig anwenden: Menge, Temperatur, Dauer

Ein großer Teil der Hautprobleme nach dem Duschen hat weniger mit dem Produkt zu tun als mit der Gewohnheit. Diese Regeln stammen aus dermatologischen Empfehlungen und gelten für fast alle Hauttypen:

Ausführlich erklären wir das unter Richtig duschen und Wie oft duschen?

Fünf Mythen über Duschgel

„Viel Schaum heißt gründlich sauber.“ Falsch. Schaum entsteht durch bestimmte Tenside und wird oft gezielt verstärkt, weil Kundinnen und Kunden ihn mit Sauberkeit verbinden. Milde Produkte schäumen häufig weniger und reinigen trotzdem ausreichend.

„pH-neutral ist immer besser.“ Teilweise. Streng genommen bedeutet pH-neutral pH 7. Gemeint ist meist „pH-hautneutral“, also um 5,5. Für empfindliche Haut ist das sinnvoll, für gesunde Haut ist der Effekt eher klein. Mehr unter pH-neutrales Duschgel.

„Teuer ist besser.“ Nicht automatisch. Die Grundrezeptur ist oft ähnlich, der Preisunterschied steckt häufig in Duft, Verpackung und Markenimage.

„Parabene sind gefährlich.“ Differenziert betrachten. Fünf Parabene sind in der EU seit 2014 verboten, die übrigen sind mit Höchstmengen zugelassen und gut untersucht. „Ohne Parabene“ heißt zudem nicht „ohne Konservierer“.

„Antibakteriell ist hygienischer.“ Für gesunde Menschen nicht. Normales Duschgel entfernt Schmutz und Keime ausreichend, antibakterielle Zusätze können die natürliche Hautflora stören. Mehr unter Antibakterielles Duschgel.

Woran du ein gutes Duschgel erkennst

Alle Ratgeber-Artikel

Von der Haltbarkeit über das Handgepäck bis zur richtigen Duschroutine: Hier findest du alle Antworten rund ums Duschen.

Häufige Fragen

Kann man Duschgel jeden Tag benutzen?

Ja. Wichtig ist, sparsam zu dosieren, lauwarm zu duschen und das Duschgel vor allem dort zu verwenden, wo Schweiß und Geruch entstehen. Bei trockener Haut ist ein Duschöl die bessere Wahl für den täglichen Gebrauch.

Wie lange ist Duschgel haltbar?

Ungeöffnet meist mindestens 30 Monate. Nach dem Öffnen gibt das Tiegel-Symbol mit Zahl die Verwendungsdauer an, bei Duschgel oft 12 Monate. Riecht oder sieht es verändert aus, entsorgst du es.

Ist Duschgel besser als Seife?

Für die meisten Menschen ja, weil Duschgel meist einen hautfreundlicheren pH-Wert hat. Klassische Seife ist basisch und kann empfindliche Haut stärker austrocknen. Feste Syndet-Stücke verbinden die Vorteile beider Varianten.

Darf man Duschgel im Intimbereich verwenden?

Nur äußerlich und sparsam. Die Schleimhäute im Intimbereich haben ein eigenes, saures Milieu. Oft reicht klares Wasser, bei Bedarf eine milde Intimwaschlotion.