duschgel.net

Duschgel als Shampoo: Geht das und was passiert mit den Haaren?

Aktualisiert am von der Redaktion duschgel.net

Duschgel als Shampoo zu verwenden ist kurzfristig unproblematisch: Die Tenside reinigen Kopfhaut und Haare ähnlich wie ein Shampoo. Auf Dauer fehlen aber Pflegestoffe, die das Haar glätten und entwirrbar halten, und manche Rückfetter beschweren es. Hier erfährst du, wann Duschgel für die Haare reicht und wann du besser zum Shampoo greifst.

Was Duschgel und Shampoo gemeinsam haben

Beide Produkte sind Reinigungsmittel auf Tensidbasis. Häufig stecken sogar dieselben Tenside darin, zum Beispiel Sodium Laureth Sulfate als Hauptreiniger und Cocamidopropyl Betaine als mildes Begleittensid. Sie lösen Fett, Schweiß und Stylingreste und lassen sich mit Wasser abspülen.

Deshalb funktioniert die Reinigung mit Duschgel grundsätzlich auch auf dem Kopf. Wer im Hotel, im Fitnessstudio oder auf Reisen nur eine Flasche zur Hand hat, muss sich keine Sorgen um Kopfhaut oder Haarwurzeln machen. Einen Überblick über die Reinigungsstoffe bietet unser Ratgeber zu Tensiden im Duschgel.

Die Unterschiede liegen in der Pflege

Haar ist totes Keratin mit einer schuppenartigen Außenschicht. Nach der Reinigung ist diese Schicht leicht aufgeraut und negativ geladen. Shampoos enthalten daher meist kationische Pflegestoffe, etwa bestimmte Polymere mit Namen wie Polyquaternium oder Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride. Sie lagern sich am Haar an, reduzieren statische Aufladung und erleichtern das Kämmen.

Duschgele sind für die Haut entwickelt. Sie enthalten eher Rückfetter, Öle oder Glycerin, die auf der Haut pflegen, im Haar aber anders wirken. Feines Haar kann dadurch schwer und strähnig werden. Bei langem oder lockigem Haar fehlt dagegen die Glättung, es verknotet leichter.

EigenschaftDuschgelShampoo
Reinigungähnlich, je nach Tensidauf Kopfhaut und Talg abgestimmt
PflegestoffeRückfetter für die Hautkationische Pflegestoffe für die Haaroberfläche
Kämmbarkeit nach dem Waschenoft schlechtermeist gut
Wirkstoffe gegen Schuppenin der Regel keinebei Anti-Schuppen-Shampoos vorhanden
Farbschutznicht vorgesehenbei Spezialshampoos vorhanden

Wann Duschgel als Shampoo reicht

Am besten eignen sich klare, eher dünnflüssige Gele. Cremige Pflegeduschen mit viel Öl, Sheabutter oder Glitzerpartikeln hinterlassen im Haar eher Rückstände als einfache Formeln.

Wann du besser Shampoo nimmst

Bei langen, gefärbten, blondierten oder lockigen Haaren lohnt sich ein eigenes Shampoo. Diese Haare sind empfindlicher und profitieren deutlich von den Pflegestoffen. Ein Duschgel kann sie stumpf, rau und schwer kämmbar machen.

Auch bei Kopfhautproblemen ist Duschgel kein Ersatz. Bei Schuppen, starkem Juckreiz oder schnell fettender Kopfhaut helfen gezielt formulierte Shampoos besser. Stark parfümierte Duschgele können eine empfindliche Kopfhaut zusätzlich reizen, weil Duftstoffe auf der Kopfhaut länger einwirken. Halten Schuppen, Rötungen oder Juckreiz trotz mildem Shampoo über Wochen an oder bilden sich nässende Stellen, lass das ärztlich abklären.

So wäschst du die Haare mit Duschgel richtig

  1. Wähle ein mildes, möglichst klares Duschgel ohne viele Öle und Schimmerpartikel.
  2. Mach das Haar gründlich nass und verdünne das Duschgel in der Handfläche mit etwas Wasser.
  3. Massiere die Mischung vor allem in die Kopfhaut ein. Die Längen werden beim Ausspülen ausreichend mitgereinigt.
  4. Spüle besonders gründlich aus, damit keine Rückstände das Haar beschweren.
  5. Nutze danach eine Spülung, wenn du eine dabeihast. Sie gleicht die fehlenden Pflegestoffe weitgehend aus.

Für mittellanges Haar genügt meist eine walnussgroße Menge. Mehr Produkt bringt keinen besseren Effekt, sondern nur mehr Rückstände. Wie du allgemein sparsam dosierst, erklärt der Ratgeber zur Duschgel-Dosierung.

Umgekehrt: Shampoo als Duschgel

Auch das funktioniert. Shampoo reinigt die Haut gut, enthält aber selten Rückfetter. Bei trockener Haut kann sie danach etwas spannen. Für einzelne Tage ist das kein Problem, als Dauerlösung ist ein echtes Duschgel oder eine Duschcreme angenehmer.

Wer häufiger Reste beider Produkte übrig hat, sollte vor dem Aufbrauchen prüfen, ob sie noch gut sind. Das Tiegelsymbol und typische Warnzeichen erklärt der Beitrag zur Duschgel-Haltbarkeit. Weitere Alltagsfragen beantwortet der Duschgel-Ratgeber.

Häufige Fragen

Ist Duschgel schädlich für die Haare?

Gelegentlich verwendet schadet Duschgel den Haaren nicht. Auf Dauer fehlen aber Pflegestoffe, die das Haar glätten, deshalb kann es stumpf, strähnig oder schwer kämmbar werden. Gefärbtes und langes Haar reagiert darauf besonders deutlich.

Kann ich Duschgel als Shampoo für Kinder verwenden?

Für Kinder mit kurzen Haaren ist ein mildes, parfümfreies Produkt für Haut und Haare oft ausreichend. Bei langen Haaren erleichtert ein Kindershampoo mit Pflegestoffen das Kämmen. Wichtig ist eine augenfreundliche, milde Formel.

Warum fühlen sich die Haare nach Duschgel strohig an?

Duschgel enthält kaum kationische Pflegestoffe, die die Haaroberfläche nach der Reinigung glätten. Die Schuppenschicht bleibt rau, das Haar verfilzt leichter. Eine Spülung danach gleicht das weitgehend aus.

Hilft Duschgel gegen fettige Haare?

Es reinigt fettige Haare zwar, enthält aber oft Rückfetter, die das Haar schneller wieder beschweren. Ein mildes Shampoo für fettige Kopfhaut ist die bessere Wahl. Zu häufiges, aggressives Waschen kann die Kopfhaut zusätzlich reizen.