Duschgel selber machen: Grundrezept, Konservierung und Hygiene
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Duschgel selber machen gelingt mit wenigen Zutaten: Wasser, einem milden Tensid wie Coco-Glucoside, einem Verdicker, Glycerin, Säure zur pH-Einstellung und einem Konservierer. Ohne Konservierung verdirbt ein wasserhaltiges Duschgel innerhalb weniger Tage. Hier findest du ein erprobtes Grundprinzip, die wichtigsten Hygieneregeln und die typischen Anfängerfehler.
Lohnt es sich, Duschgel selber zu machen?
Ein selbst gemachtes Duschgel bietet vor allem Kontrolle: Du bestimmst Tensid, Duft und Pflegeanteil selbst und kannst zum Beispiel komplett auf Duftstoffe verzichten. Für Menschen mit bekannten Unverträglichkeiten kann das ein echter Vorteil sein. Außerdem lässt sich das Gel in Glas- oder Mehrwegflaschen abfüllen.
Günstiger als ein einfaches Drogerie-Duschgel wird es selten, weil Rohstoffe in Kleinmengen verhältnismäßig teuer sind. Und es kostet Zeit: Abwiegen, Rühren, pH-Messen und Reinigen dauern beim ersten Mal gut eine Stunde. Wer vor allem Plastik sparen möchte, erreicht das mit einem festen Duschstück einfacher, siehe plastikfrei duschen.
Die Zutaten und ihre Aufgaben
| Zutat | INCI-Beispiel | Aufgabe |
|---|---|---|
| Wasser | Aqua | Grundlage, destilliert oder abgekocht |
| Haupttensid | Coco-Glucoside, Decyl Glucoside | mildes Zuckertensid, reinigt und schäumt |
| Co-Tensid | Cocamidopropyl Betaine oder Sodium Cocoyl Glutamate | macht das Gel milder, verbessert den Schaum |
| Feuchthaltemittel | Glycerin | bindet Feuchtigkeit, verhindert Spannungsgefühl |
| Verdicker | Xanthan Gum | gibt Gelkonsistenz |
| Säure | Lactic Acid, Citric Acid | senkt den pH-Wert auf hautnahes Niveau |
| Konservierer | z. B. Sodium Benzoate mit Potassium Sorbate | verhindert Keimwachstum |
| Duft (optional) | ätherisches Öl | Geruch, sparsam dosieren |
Coco-Glucoside wird aus Kokosfettalkohol und Zucker hergestellt, gilt als hautfreundlich und ist gut biologisch abbaubar. Es ist auch in vielen zertifizierten Produkten enthalten, wie du im Ratgeber Naturkosmetik-Duschgel nachlesen kannst. Die Rohware ist stark alkalisch, deshalb musst du das fertige Gel unbedingt ansäuern.
Grundrezept für 100 g Duschgel
Das folgende Rezept ergibt ein mildes, leicht schäumendes Gel mit etwa 13 % waschaktiver Substanz. Handelsübliche Coco-Glucoside-Rohware enthält rund 50 % Tensid, Betain etwa 30 %. Prüfe die Angaben deines Lieferanten und passe die Menge bei Bedarf an.
- 62 g destilliertes oder abgekochtes, abgekühltes Wasser
- 20 g Coco-Glucoside
- 10 g Cocamidopropyl Betaine
- 5 g Glycerin
- 0,8 g Xanthan
- Konservierer nach Herstellerangabe, häufig etwa 0,5 bis 1 g
- Milchsäure (80 %) tropfenweise bis pH 5 bis 5,5
- optional höchstens 0,3 g ätherisches Öl
So gehst du vor
- Arbeitsfläche, Schüssel, Löffel und Flasche mit heißem Wasser reinigen und mit 70-prozentigem Alkohol desinfizieren.
- Xanthan im Glycerin anrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind.
- Wasser unter Rühren zugeben und quellen lassen, bis ein klares Gel entsteht.
- Coco-Glucoside und Betain langsam einrühren. Nicht kräftig schlagen, sonst entsteht viel Schaum.
- Ätherisches Öl und Konservierer zugeben.
- pH-Wert mit Teststreifen oder Messgerät prüfen und mit Milchsäure auf 5 bis 5,5 einstellen.
- In eine saubere Pumpflasche füllen und mit Datum beschriften.
Ist dir das Gel zu dünn, rühre eine kleine Menge Xanthan in etwas Glycerin an und arbeite sie nachträglich ein. Zu dick wird es durch Zugabe von etwas Wasser wieder flüssiger, dann sinkt aber der Tensidanteil leicht. Den pH-Wert solltest du nicht schätzen. Viele milde Konservierer wie Natriumbenzoat wirken nur im sauren Bereich, und zu alkalische Gele reizen die Haut. Wie du den pH-Wert zuverlässig misst, erklärt der Ratgeber pH-Wert testen.
Konservierung und Haltbarkeit
Jedes Produkt mit Wasser ist ein Nährboden für Bakterien, Hefen und Schimmel. Beim Duschgel kommt erschwerend hinzu, dass die Flasche im warmen, feuchten Bad steht und Wasser in die Öffnung gelangen kann. Ein Konservierer ist deshalb keine Option, sondern Pflicht.
Mit sauberer Arbeit, korrekt eingestelltem pH-Wert und geeignetem Konservierer hält ein selbst gemachtes Duschgel in der Regel einige Wochen bis wenige Monate. Ohne Konservierung solltest du nur Kleinstmengen für ein bis zwei Anwendungen herstellen und im Kühlschrank lagern. Wirf das Gel weg, sobald es trüb wird, sich trennt, anders riecht oder Flecken zeigt.
Mehr zur Haltbarkeit fertiger Produkte und zu Konservierungsstoffen findest du unter Duschgel-Haltbarkeit und Duschgel ohne Konservierungsstoffe.
Typische Anfängerfehler
- Geriebene Kernseife in Wasser: Das Ergebnis ist alkalisch, wird oft schleimig-klumpig und trocknet die Haut stärker aus als ein Syndet.
- Spülmittel als Basis: Spülmittel ist für Fett auf Geschirr gemacht, nicht für die Hautbarriere, und enthält oft Duft- und Konservierungsstoffe, die nicht für die Haut gedacht sind.
- Vitamin E als Konservierer: Tocopherol schützt Öle vor dem Ranzigwerden, hemmt aber keine Keime.
- Grapefruitkernextrakt: Er gilt nicht als verlässlicher Konservierer.
- Zu viel ätherisches Öl: Duftöle enthalten Allergene wie Limonene oder Linalool. Ein paar Tropfen reichen.
- Lebensmittel als Zutat: Milch, Honig oder frische Pflanzensäfte verderben besonders schnell.
Bio, vegan und abbaubar: Rohstoffe bewusst wählen
Coco-Glucoside, Betain und Xanthan sind pflanzlichen oder mikrobiellen Ursprungs, das Grundrezept ist also vegan. Wenn du Honig oder Bienenwachs ergänzt, ist es das nicht mehr. Was veganes Duschgel sonst ausmacht, erklärt der Ratgeber veganes Duschgel.
Für einen hohen Bioanteil kannst du Wasser teilweise durch Bio-Hydrolat ersetzen und Bio-Glycerin verwenden. Was das Label „Bio“ bei Fertigprodukten bedeutet, liest du unter Bio-Duschgel. Zuckertenside gelten als gut biologisch abbaubar; welche Inhaltsstoffe Gewässer dagegen belasten können, steht im Artikel biologisch abbaubares Duschgel.
Sicherheit: Verträglichkeit und Weitergabe
Teste ein neues Gel zuerst an einer kleinen Hautstelle, etwa in der Armbeuge, und warte 24 Stunden. Rötung, Brennen oder Juckreiz sind ein Zeichen, die Rezeptur zu ändern, meist beim Duft. Bei atopischem Ekzem, Schuppenflechte oder bekannten Allergien sprich vor dem Experimentieren besser mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.
Für den Eigengebrauch gibt es keine Vorschriften. Sobald du selbst gemachte Kosmetik verkaufst, gilt die EU-Kosmetikverordnung (EG) 1223/2009 mit Sicherheitsbewertung, verantwortlicher Person, Kennzeichnung und Meldung im EU-Notifizierungsportal CPNP.
Häufige Fragen
Wie lange hält selbstgemachtes Duschgel?
Mit Konservierer, korrekt eingestelltem pH-Wert und hygienischer Herstellung meist einige Wochen bis wenige Monate. Ohne Konservierer nur wenige Tage im Kühlschrank. Trübung, Geruchsveränderung oder Flecken sind ein Zeichen zum Wegwerfen.
Kann ich Duschgel ohne Konservierungsstoffe selber machen?
Nur als Kleinstmenge für den sofortigen Gebrauch. Wasserhaltige Produkte verkeimen sonst schnell. Eine Alternative ohne Konservierer sind wasserfreie Produkte wie ein festes Duschstück oder ein Duschöl.
Welches Tensid eignet sich für selbstgemachtes Duschgel?
Für Einsteiger eignen sich milde Zuckertenside wie Coco-Glucoside oder Decyl Glucoside, kombiniert mit einem Co-Tensid wie Betain oder Sodium Cocoyl Glutamate. Die Rohware ist alkalisch, das fertige Gel muss deshalb angesäuert werden.
Darf ich selbstgemachtes Duschgel verkaufen?
Nur, wenn du alle Pflichten der EU-Kosmetikverordnung erfüllst. Dazu gehören eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Person, korrekte Kennzeichnung und die Meldung im CPNP. Für den Eigengebrauch gelten diese Pflichten nicht.